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Ernennung von Reinhold Adorf zum Ehrenbürger der Gemeinde Weyerbusch

Veröffentlicht am 10. Mai 2022 von wwa

WEYERBUSCH – HILKHAUSEN – Ernennung von Reinhold Adorf zum Ehrenbürger der Gemeinde Weyerbusch

Mit Beginn des Wonnemonats Mai trafen sich Bürger aus Weyerbusch und dem Ortsteil Hilkhausen zu einem besonderen Anlass in Hilkhausener Dorfgemeinschaftshaus. Einer ihrer rührigsten Bürger sollte eine ganz besondere Ehrung erfahren. Reinhold Adorf wurde zum Ehrenbürger der Gemeinde Weyerbusch ernannt und der Platz vor dem Dorfgemeinschaftshaus erhielt seinen Namen.

Ortsvorsteher Guido Barth begrüßte neben Reinhold Adorf und seiner Frau Karin, dessen Sohn Frank und seine Familie, Landrat Dr. Peter Enders, Bürgermeister Fred Jüngerich, Ortsbürgermeister Ditmar Winhold, den ehemaligen Ortsbürgermeister Manfred Hendricks sowie Mitglieder des Ortsgemeinderates.

Gerahmt wurde das Festgeschehen durch Liedgesang Frank Adorfs, der ein Lied von Constantin Wecker, ein Memory aus dem Musical Cats und Anatevka vortrug.

Festredner Ortsbürgermeister Dietmar Winhold ließ das Leben von Reinhold Adorf Revue passieren. „Für seine langjährigen und vor allem nachhaltigen Verdienste um die Ortsgemeinde Weyerbusch, insbesondere für den Ortsteil Hilkhausen, ernannte Winhold Reinhold Adorf zum „Ehrenbürger“, überreichte ihm die Ernennungsurkunde und seiner Frau Karin einen farbenprächtigen Blumenstrauß. Zur bleibenden Erinnerung für die Nachwelt und zur Wahrung seiner großen Verdienste für die Ortsgemeinde Weyerbusch erhielt der Platz um das Dorfgemeinschaftshaus den Namen „Reinhold Adorf – Platz“.

Winhold begann mit „Reinhold Adorf – sein Einsatz, sein Leben für die Gemeinschaft, was einer alleine nicht schafft, dass schaffen viele – (stimmt), doch einer muss immer voran gehen – und das ist – wie es keinen Zweiten in Weyerbusch – Hilkhausen gibt Reinhold Adorf“.

Als „Heupelzer Jung“ erblickte Reinhold am 24. April 1935, das Licht der Welt. Nach der Kindheit folgte die Jugendzeit und wie es früher meist üblich war die Freizeit (besser gesagt: auf Freiers-Füßen-Zeit). Reinhold war ein weltoffener Mensch und er hatte seine Augen überall.

In Weyerbusch, beim Polterabend seiner Schwester Elfriede (mit Wilfried Molly aus Hilkhausen) im Gasthof Weiherhof, begegnete er einer äußerst attraktiven, sehr gut aussehenden jungen Frau – natürlich kam die aus Hilkhausen. Jetzt war es um ihn geschehen. Zweimal sind die beiden ausgegangen, da wusste Reinhold: „Dat he is deng Frau.“

m April 1962 endete sein unruhiges Freier-Leben schließlich mit der Hochzeit. „Dat Nieht‘s Karin“ war seine Auserwählte, Beide feierten vor ein paar Tagen das Fest der Diamantenen Hochzeit. Nach der „Grünen Hochzeit“ wurde Reinhold zu einem überzeugten Hilkhausener.

Menschen zusammenzubringen, die Gemeinschaft zu stärken, ein freundliches und zielorientiertes Miteinander aufzubauen, im Dorf etwas Nachhaltiges zu bewegen, war von Beginn an immer ein Herzenswunsch von ihm – aber er konnte auch im Ortsgemeinderat sein Wort erheben, wenn es nötig war.

Von 1974 bis 1999 (25 Jahre) gehörte Reinhold Adorf dem Ortsgemeinderat an. Von 1994 bis 1999 (fünf Jahre) war er zweiter Beigeordneter. Parallel lenkte er die Geschicke von Hilkhausen als Ortsvorsteher in der Zeit von 1979 bis 2004. (25 Jahre).

Mit Fleiß und mentaler Stärke hielt Reinhold Adorf die Dorfgemeinschaft zusammen. Doch es stellte sich die Frage: „Wo können wir uns zum gemütlichen Beisammensein treffen?“ Das Wohnzimmer von Adorfs reichte für alle Interessierten bald nicht mehr aus. Es musste eine dauerhafte Lösung her. So wurde als äußeres Zeichen für Zusammenhalt und Gemeinschaftsgeist in Hilkhausen – im Jahre 1977 – das erste Dorfgemeinschaftshaus errichtet. Mit viel Verhandlungsgeschick konnte Reinhold vom damaligen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Altenkirchen, Karl-Heinz Klöckner, mit Unterstützung des damaligen Ortsbürgermeisters Helmut Schubert eine ehemalige Dienstbaracke der Verbandsgemeinde Altenkirchen kostenlos erwerben. Mit Ladewagen und Miststreuer holte man quasi über Nacht die Einzelteile nach Hilkhausen. Dieses Gebäude und die weiteren Erneuerungen und Ergänzungen dienten und dienen seit her der Dorfgemeinschaft als Mittelpunkt des Geschehens in Hilkhausen.

Von diesen Zeiten an wurde das Zusammenleben innerhalb des Dorfes sehr hoch gehalten.

Es fanden Frühjahrs – und Herbstfeste statt und ganz besondere Höhepunkte waren und sind die Weihnachtsfeiern im Dorfgemeinschaftshaus. Stets wurde ein weihnachtliches Programm mit Erwachsenen und Kindern des Dorfes zusammengestellt. Eigens für die Weihnachtsfeier wurde im Herbst eines jeden Jahres ein Weihnachtschor, bestehend aus den Bürgerinnen und Bürgern aus Hilkhausen zusammengestellt. Reinhold Adorf war Planer, Organisator und Handwerker in einer Person – allerdings tatkräftig immer unterstützt von seiner Frau.

Der Gesang im Kreis mit den Sängern des MGV Eintracht Weyerbusch-Hasselbach gehörte zu den wöchentlichen Ritualen, die Reinhold seit circa 50 Jahren pflegte und sich auch nicht nehmen ließ. Seinem unermüdlichen Einsatz ist es auch zu verdanken, dass das Dorfbild natürlich mit Hilfe vieler Bürgerinnen und Bürger mehrfach bei Wettbewerben ausgezeichnet wurde.

Am Landeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft“ hat man sehr erfolgreich teilgenommen: im Oktober 1999 belegte man im Bezirksentscheid den 5. Platz; im September 2000 wurde Hilkhausen 1. Kreissieger in der Sonderklasse; im Oktober 2000 erhielt man im Gebietsentscheid wieder den 5.Platz; im November des gleichen Jahres erhielt Reinhold Adorf für das Dorf Hilkhausen aus den Händen des damaligen Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, Hans-Artur Bauckhage, in der Sonderklasse den Ehrenpreis der Landesregierung von Rheinland-Pfalz.

Reinhold hat sich immer maximal für „seine“ Ziele engagiert, dabei forderte er auch immer wieder die volle Unterstützung der Ortsgemeinde Weyerbusch ein. Er scheute sich auch nicht beim Bürgermeister der Verbandsgemeinde, beim Landrat oder auch bei den zuständigen Stellen im Ministerium vorzusprechen. Für seine Idee ging er nicht nur lange Wege, wer sich ihm in den Weg stellte, der lernte ihn richtig kennen!

Mit Reinhold lebte der Ort Hilkhausen merklich auf, ihm hat die Dorfgemeinschaft viel zu verdanken. Aus gesundheitlichen Gründen hat er sich nun aus der emotionalen und immer wieder antreibenden Motivation, die die Bürgerinnen und Bürger in Hilkhausen zusammengehalten hat, zurückgenommen.

Sein außergewöhnliches Engagement, sich für die Allgemeinheit, für das Allgemeinwohl einzusetzen, beschränkte sich nicht nur auf Hilkhausen, er war auch mit die treibende Kraft, ein Dorf- und Schulmuseum aufzubauen, dass im alten Rathaus der ehemaligen Verbandsgemeinde Weyerbusch in der August-Schneider-Straße in Weyerbusch seinen Platz gefunden hat – heute: Villa Sonnenhof.

Bereits vor circa 22 Jahren (um das Jahr 2000) reifte der Gedanke in zwei Köpfen, beim Ortsbürgermeister Manfred Hendricks und beim Ortsvorsteher von Hilkhausen Reinhold Adorf, die vorhandenen Exponate, die im „Ziegenstall“ der katholischen Schule untergebracht waren, der Nachwelt besser zugänglich zu machen und vor allem zu erhalten; der Ziegenstall war feucht und baufällig. Das war der Anfang des späteren „Dorf- und Schulmuseums“ in Weyerbusch.

Ursprünglicher Schwerpunkt waren die Arbeitsgeräte aus der Landwirtschaft, die ihren Platz fanden. Doch schnell weitete Reinhold mit seinem Partner Reiner Schramm (dem damaligen Rektor der Bürgermeister-Raiffeisen-Schule) die Palette der Exponate aus. Mittlerweile sind die gängigen Handwerksberufe bis zurück in die Zeit um Friedrich Wilhelm Raiffeisen im Museum zu sehen.

Einige der sehenswerten alten Gerätschaften hat Reinhold selbst nachgebaut. Heute befinden sich im Museum über 1.000 Exponate.

Des Weiteren werden im Dorf- und Schulmuseum die schrecklichen Zerstörungsfotos von den letzten Kriegstagen 1945 von Weyerbusch gezeigt und auch der Wiederaufbau des Dorfes/der Häuser wird in Fotoreihen dargestellt. Reinhold Adorf bereitet es besonders große Freude, wenn er den Schülerinnen und Schülern der Grundschule die Anwendung der Gerätschaften erklären kann. Manchen Schülern hat er das Schnalzen mit der Peitsche zeigen und das Haltergestell für die Kartoffel- und Getreidesäcke erklären können. Es ist ihm ein Herzenswunsch, dass dieses einmalige Museum weiterhin Bestand haben wird und der Nachwelt erhalten bleibt; denn es steckt sehr, sehr viel Arbeit darin, die nicht umsonst sein sollte.

Besonders erwähnenswert nennt Winhold, dass Reinhold – wie auch Reiner Schramm – der Ortsgemeinde Weyerbusch ihre ehrenamtlichen Stunden nie in Rechnung gestellt haben. Alle Zeit, die beide in den zurückliegenden 22 Jahren zum Aufbau und zur weiteren Ergänzung und Pflege des Museums eingebracht haben, sind allesamt ehrenamtlich! Der Ortsgemeinde Weyerbusch haben er und Reiner Schramm mit dem Aufbau des Dorf- und Heimatmuseums einen großen Dienst erwiesen.

Reinhold ist kein gebürtiger Weyerbuscher oder Hilkhausener, doch bedingt durch seine Heirat, hat er sich seitdem nicht nur voll und ganz in die Gemeinde integriert, sondern war über Jahrzehnte die treibende Kraft für die genannten Projekte und den Zusammenhalt der Menschen.

Er hat ehrenamtlich über fünf Jahrzehnte für sein Heimatdorf als Ansprechpartner, Antreiber, Macher, Vermittler gewirkt, vor allem aber als „Kämpfer“ für den Zusammenhalt und damit steht seine Name Pate für das gelebte „Wir-Gefühl“ (mir sin mir) in Hilkhausen.

Zahlreiche Ehrungen zieren seine Wände zu Hause und sein Jackett!

Er erhielt vom ehemaligen Ministerpräsidenten Rudolf Scharping 1992 in Anerkennung langjähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Dienste der Gemeinschaft „Die Ehrennadel des Landes Rheinland-Pfalz“.

Im September 2004 meldete sich Kurt Beck – damaliger Ministerpräsident von RLP – er verlieh ihm „als Zeichen der Anerkennung und Würdigung besonderer ehrenamtlicher Verdienste um die Gesellschaft und die Mitmenschen“ die „Verdienstnadel des Landes Rheinland-Pfalz“. 2004, im November meldet sich noch der Gemeinde- und Städtebund von Rheinland-Pfalz und überreicht ihm „in Würdigung seiner Verdienste um das Gemeinwesen während seiner 30jährigen Tätigkeit als Ortsvorsteher, Beigeordneter und Ratsmitglied im Ortsgemeinderat Weyerbusch in Anerkennung und als Dank seiner Tätigkeit die Ehren-Urkunde des kommunalen Spitzenverbandes.

Auch die Ortsgemeinde Weyerbusch bekundet ihren Dank für die besonderen Verdienste für sein ehrenamtliches Engagement und überreicht ihm die Ehrenplakette der Ortsgemeinde Weyerbusch, am 16. Oktober 2008. Diese besondere Auszeichnung erhielt Reinhold aus den Händen vom damaligen Ortsbürgermeister Manfred Hendricks. Dann wurde es ein wenig stiller bezüglich Verleihung von Urkunden und Anerkennungen der Verdienste – viele Möglichkeiten gab es ja auch nicht mehr. Im Herbst 2020 suchte die Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld Personen, die für ihre Leistungen im Ehrenamt besonders auszuzeichnen sind. Aus den Händen des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld, Fred Jüngerich, erhielt Reinhold am 17. Mai 2021 den 1. Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde. (wwa-diw) Fotos: Renate Wachow