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WISSEN – Anna-Prozession von Wissen nach Marienthal

Veröffentlicht am 22. Juli 2021 von wwa

WISSEN – Anna-Prozession von Wissen nach Marienthal

Am Montag, 26. Juli 2021, findet die alljährliche Anna-Prozession von Wissen nach Marienthal statt. Dies ist wegen der zum Glück recht niedrigen Inzidenz wieder möglich. Der Tag fängt an mit der Segnung und Aussendung der Pilgerinnen und Pilger um 7:30 Uhr auf dem Vorplatz der katholischen Pfarrkirche.

Etwa um 10:00 Uhr steht der Kreuzweg in Marienthal auf dem Programm. Die Pilgermesse mit sakramentalem Segen in der Wallfahrtskirche beginnt um 11:00 Uhr. Besonders herzlich zur Teilnahme eingeladen sind Familien mit Kindern. Man bittet nach den gesetzlichen Vorgaben aufgrund der Corona-Krise zur Wahrung des persönlichen Abstands.

Die Wallfahrt von Wissen nach Marienthal blickt auf eine sehr lange Tradition zurück. Sie gehört seit über 250 Jahren zum festen religiösen Brauchtum im Wisserland. Pater Stephan Steffen (1875 bis 1929) hat dazu einige interessante Angaben gemacht. Der Geistliche war ein echter Wissener Junge und hat fast sein ganzes Leben lang im Kloster Marienthal gewirkt. Unter anderem bekleidete der im ganzen Westerwald bekannte Mann das Amt eines Kaplans und Klosterbibliothekars.

Am wichtigsten aber ist für uns: Pater Steffen hinterließ einen wahren Schatz an Heimatliteratur. Unermüdlich schrieb er beispielsweise auf, was sich zu seiner Kinder- und Jugendzeit in Wissen ereignet hat. Mehr als einhundert historisch tadellos belegte Beiträge erschienen allein in den Heimatzeitungen „Sieg-Post“ und „Siegblätter“. In den 1920er Jahren veröffentlichte Steffen eine 33teilige Serie unter der Überschrift

„Ous dr Wesser Vergangenheet“ in heimischer Mundart – ein Juwel nicht nur für Heimatforscher. Auch die heimischen Kirchenarchive oder die Urkundensammlungen auf Schloss Schönstein stießen auf das große Interesse des Paters. An Silvester 1928 musste er sich mit einem Beinleiden ins Wissener St. Antonius-Krankenhaus begeben. Trotz baldiger Erholung befiel den Geistlichen einige Wochen darauf eine heimtückische Grippe, die seinem ausgefüllten Priesterleben am 28. Februar 1929 ein Ende setzte.

Doch zurück zur Annen-Prozession. Schon im Jahre 1769 fand diese Erwähnung in dem Büchlein „Direktorium manuale“, das Pater Steffen in einem Pfarrarchiv entdeckt hatte. Demnach gingen damals die Franziskanerpatres den aus Wissen herannahenden Pilgern mit dem Allerheiligsten entgegen, kaum hatte man den Gesang im Kloster vernommen. Die Wallfahrer brachten übrigens als Votivgeschenk eine große Wachskerze mit. Nach dem Hochamt wurde eine Predigt über das wundersame Gnadenbild von Marienthal gehalten.

Während des Aufenthalts der Wissener Prozession wurde zudem mit kleinen Böllern, sogenannten „Katzenköppen“, geschossen. Am frühen Nachmittag rief die große Glocke zum Sammeln in der Kirche auf. Die Patres spendeten noch einmal den Segen und entließen die Pilger Richtung Heimat. Geschossen wird am Gedenktag der Hl. Anna als Mutter Mariens und Großmutter von Jesus Christus aller Voraussicht nach nicht mehr. Kaffeepulver nimmt auch keiner der Pilger mit um unterwegs mit heißem Wasser ein Getränk zuzubereiten wie in alten Zeiten, erzählt der Wissener Lothar Schneider, ein altgedienter Wallfahrer. Gut möglich ist aber, dass am 26. Juli eine Kerze als Gastgeschenk aus dem Wisser- ins Hammer-Land „mitläuft“. (bt) Fotos: Archiv Bernhard Theis