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KREIS ALTENKIRCHEN – Ute Weber verabschiedet

Veröffentlicht am 3. Mai 2021 von wwa

KREIS ALTENKIRCHEN – Ute Weber verabschiedet

Nach knapp 29 Jahren im Dienst der Altenkirchener Diakonie verabschiedet sich Ute Weber, ein „Urgestein“ der sozialdiakonischen Arbeit im Evangelischen Kirchenkreis aus dem aktiven Dienst und geht (fast) in den Ruhestand. Die Fachfrau im Bereich der Schuldnerberatung war dabei vielfach Pionierin in einem Arbeitsbereich, der stetig wuchs und der gerade auch in Pandemiezeiten nachgefragter ist denn je.

„Es waren wohl mehr als 5000 Beratungsfälle“, schätzt die graduierte Sozialpädagogin und staatlich anerkannte Sozialarbeiterin ihren Einsatz für Menschen im Kreis Altenkirchen ein, die ihre Unterstützung suchten. Enormes Wissen, aber auch viel menschliche Erfahrung sammelte Ute Weber in den vielen Jahren in der Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes an. Unzählbar die Kurzkontakte, die vielfach langen Beratungs-Beziehungen zu den Menschen und ihren Familien, aber auch die überregionale Netzwerks- und Aufbauarbeit.

Gebürtig von der Ahr, kam Ute Weber über Studium und Arbeit in Berlin 1984 in den Westerwald und 1992 zur Diakonie. Hier galt es eine Schuldnerberatung aufzubauen. Beratung auch in diesen Finanzfragen gab es zwar innerhalb des diakonischen Hilfeangebotes schon, aber dort wurde immer deutlicher, dass es für diese Aufgabe bei stetig wachsender Nachfrage unbedingt ein fachlich versiertes Angebot braucht. Ute Weber ging als „Doppelpionierin“ engagiert ans Werk: ein neues Arbeitsgebiet aufbauend und auch sich selbst dort „professionalisierend“. „Aber mir war irgendwie sofort klar, dass das ‚mein Ding‘ war“.

Zu ihrer Aufbauarbeit gehörte in den ersten Dienstjahren vor allem auch die aufsuchende Arbeit. Oft besuchte sie die Menschen im Kreis, die Hilfebedarf hatten, direkt zu Hause. „Der Bedarf an Beratung wuchs immens“, erinnert sich Ute Weber, die neben ihrer Arbeit (bis heute) und ihren eigenen beiden Kindern auch immer Pflegekinder betreute und sich auch ehrenamtlich sozial engagierte.

Auf Landesebene wurde Anfang der neunziger Jahre die Schuldnerberatung als wichtige Aufgabe anerkannt; ein Fachverband gründete sich und Ute Weber stieg auch hier in die Vorstandsarbeit ein, unterstützte und baute die Vernetzung und den Austausch mit vielen Kollegen, die die Schuldnerberatung allerorten stemmten, auf.

Im Diakonischen Werk war schon 1994 eine weitere Stelle für diesen Arbeitsbereich besetzt worden, und 1999 war klar, dass man zudem den Unterbereich „Schuldnerberatung in der Suchtkrankenhilfe“ im Kreis Altenkirchen stärker in den Blick nehmen musste. Da die Diakonie Altenkirchen bereits ein Angebot der Suchtkrankenhilfe stellte, bekam man sogar die Chance auf ein zunächst landesweites Modellprojekt und stach damit sogar größere Städte wie Koblenz aus.

Ute Weber übernahm nun zusätzlich die Schuldnerberatung in der Suchtkrankenhilfe vor Ort, half Menschen direkt und unterstützte gleichzeitig die heimischen Kliniken sowie deren Teams und Patienten in Aus- und Fortbildung und knüpfte abermals wichtige Netzwerke zugunsten der Hilfesuchenden.

Ute Weber fühlte sich in ihrem langjährigen Engagement in der Schuldnerberatung immer gut getragen von dem Fachteam, das für eine gute und effektive Arbeit maßgebend war, und dem herzlichen Miteinander dort. „Das half auch immens in den vielen stressigen Phasen.“ Neben den Kolleginnen aus den Arbeitsbereichen gehören schon lange auch immer ehrenamtlich Engagierte dazu. Menschen, die nach einem langen Arbeitsleben in diesem Ehrenamt engagiert sind und – teils auch schon seit vielen Jahren – in Altenkirchen und Kirchen, wo die Schuldnerberatung ihre Sprechstunden anbietet, Unterlagen sortieren und organisieren. „Tolle Menschen, die ehrenamtlich so viel Gutes leisten!“, lobt Ute Weber.

Auch sie möchte im Ruhestand noch gerne von ihrem in langen Jahren angesammelten Wissen weitergeben und sich weiter in der stark nachgefragten Schuldnerberatung einbringen. Für ihre umfassende Fachbildung bietet sich für sie die wöchentliche Notfallsprechstunde an. Hier erhalten Menschen, die angesichts von Wartelisten auf Beratungstermine warten müssen, zumindest schon mal „Erste Hilfe“ und bekommen Wege gezeigt, wie sie in der Vorbereitung einer Beratung schon selbst aktiv werden können. Menschen, die hier Hilfe suchen, melden sich beim Diakonischen Werk und werden dann in der wöchentlichen Notfallsprechstunde zurückgerufen.

Schuldnerberatung im Allgemeinen, oder auch in der Suchtkrankenhilfe, zeigt den Helfenden immer die große Not der Anfragenden und damit oft ganzer Familien auf. „Diese sich offenbarenden Nöte berühren und können auch belasten!“

Von daher schätzt Ute Weber ihr ausgleichendes Hobby. Die schon immer gerne mit Händen aktive Sozialarbeiterin lernte vor einigen Jahren das Korbflechten kennen. Diese Handwerkskunst passe zu ihr, stellte sie fest. Sie lernte stetig dazu, durfte abseits der beruflichen Zahlenwelt sehr kreativ sein und konnte „so manches Belastende in einen Korb einflechten, damit alles loslassen und den Kopf freibekommen.“

„Learning bei doing“ – so wurden die Korbflechtereien von Ute Weber immer perfekter, und sie schafft so zahlreiche Kunst- und Gebrauchsgegenstände. Zur eigenen Freude und auch ihres Umfelds. Und auch das mittlerweile angehäufte „Flecht-Wissen“ gibt die nun „Beinahe-Rentnerin“ gerne an Interessierte weiter.

Sie freut sich deshalb auf einen neuen Lebensabschnitt mit einem freieren Zeitbudget mit „ein bisschen Arbeit“ und viel Zeit für Kreatives.

Die Verabschiedung von Ute Weber in Diakonie und Kirchenkreis kann – wie so vieles in dieser Zeit – aktuell nicht würdig gefeiert werden. Das wird auf bessere Zeiten verschoben, und bis dahin bleibt Ute Weber all ihren Kollegen mit einem eigens dafür gefertigten Körbchen in bester Erinnerung. PES.

Foto: Nach fast 29 Jahren Dienst als Schuldnerberaterin im Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises geht Ute Weber in den Ruhestand. Als Pionierin eines wichtigen Arbeitsgebietes im Kreis Altenkirchen half sie unzähligen Einzelpersonen und Familien aus finanziellen Notsituationen. Ihr umfassendes Fachwissen brachte sie zudem in überregionalen Gremien ein und schuf Netzwerke in der Region.  Foto: Diakonisches Werk