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ALTENKIRCHEN – Buchvorstellung mit Integrationshintergrund im Interkulturellen Garten in Altenkirchen

Veröffentlicht am 27. August 2020 von wwa

ALTENKIRCHEN – Buchvorstellung mit Integrationshintergrund im Interkulturellen Garten in Altenkirchen – Kein Ort wäre passender gewesen als der „Interkulturelle Garten“ in Altenkirchen. Hier wird schon seit über zehn Jahren Integration erfolgreich gelebt. Sonja Wenzel, Vorsitzende des Vereins, stellte das Projekt kurz zur Begrüßung vor. Es gibt aktuell 24 Mitglieder, davon 17 aktive Gärtner aus fünf Nationen. Das jüngste Mitglied ist ein sechs Monate altes Mädchen aus Syrien und das älteste eine 90jährige Frau.

In diesem Rahmen ist die Vorstellung dieses Buchprojektes wie geschaffen. In einem Sammelband mit dem Titel „Dieses Märchen hat Bedeutung für mein Leben“ kommen 33 Autoren aus 30 Ländern zu Wort. Märchen aus den verschiedenen Ländern sollen eine Brücke zwischen Länder und Menschen schlagen und den Migranten helfen, einen festen Platz in unsere Gesellschaft zu finden. Die Autoren haben Geschichten zusammengetragen die in ihrer Muttersprache als auch in der deutschen Übersetzung zu lesen sein werden und mit zahlreichen Illustrationen versehen sein.

Das Werk soll in einer Auflage von zunächst einmal 1.000 Stück im Herbst erscheinen. Die Kosten von etwa 10.000 Euro werden mit einem finanziellen Zuschuss aus Mainz getragen. Den Förderbescheid in Höhe von 8.500 Euro überreichte Anne Spiegel als Ministerin für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz im „Interkulturellen Garten“ in Altenkirchen.

Spiegel begeisterte die Idee Geschichten zu erzählen, die für einen selbst bedeutend sind, wecken oft ähnliche Gefühle. Das verbindet“, erklärte Spiegel. Es seien solche Projekte, die „Dialoge schaffen, über den Tellerrand blicken lassen“. So werde Integration vor Ort wunderbar gelebt, da stecke Leidenschaft dahinter. Sie selbst habe vier Kinder, die Märchen lieben, „deshalb werde ich mir das Buch bestellen. Ich wünsche Ihnen, dass das Buch dazu beiträgt, dass Freundschaften über Grenzen hinweg entstehen.“
Klaus Schneider, Zweiter Beigeordneter des Kreises Altenkirchen, berichtete, dass im AK-Land rund 10.200 Menschen leben, die noch keinen deutschen Pass haben. Es seien noch viele Aufgaben zu bewältigen, doch es gibt viele ehrenamtlich tätige Organisationen im Kreis die sich mit Integration beschäftigen, so auch dieses Buchprojekt, das zeigt das Integration gelebt werden kann.“
Hubertus Eunicke, Initiator des Sammelbandes und ehemaliger Geschäftsführer des Diakonischen Werkes des evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, hatte die Idee für die Herausgabe einer solchen Zusammenstellung. Für ihn steht fest, Integration ist ein langwieriger Prozess. Mit dem Buch wird ein Austausch zwischen Menschen, die schon lange hier leben und den neuen Migranten gefördert. Wir müssen Fremdheit als Chance und nicht als Grund der Ausgrenzung betrachten. Parallel zum Erscheinen der Lektüre werden Lesungen angeboten. Die erste (der Ort steht noch nicht fest) hat am Montag, 5. Oktober, Südafrika zum Thema. Musik vom Kap, von zwei Cellistinnen dargeboten, runden das Programm ab. Spiegel lobte die Ergänzung: „Ich bin sicher, dass es gerade die persönlichen Anmerkungen sind, die das Publikum bei den geplanten Lesungen in ihren Bann ziehen werden. Voneinander hören bedeutet, sich besser kennenzulernen und füreinander Verständnis zu entwickeln.“

Sonja Wenzel hob die Kooperationen mit der evangelischen Landjugendakademie, dem Regionalladen Unikum und der Kita Arche hervor. Im kommenden Jahr wird die Kreisvolkshochschule ebenfalls in diesen Kreis aufgenommen. Der Garten ist ein Segen, so Wenzel. Wir konnten immer arbeiten, hatten alle viel Zeit, weil viele Termine weggefallen sind. Für die musikalische Untermalung sorgte Elena Berz, Krisztina Fodor (die gebürtige Ungarin lebt heute in Schöneberg) las das Märchen „Das Salz“ aus ihrer ungarischen Heimat in Deutsch und Ungarisch. (rewa) Fotos: Renate Wachow