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ALTENKIRCHEN – Netzwerk „LSBT*IQ“- im Kreis Altenkirchen gegründet

Veröffentlicht am 26. Juli 2020 von wwa

ALTENKIRCHEN – Netzwerk „LSBT*IQ“- im Kreis Altenkirchen gegründet – Was bedeutet „LSBT*IQ“? Die Bedeutung der einzelnen Buchstaben stehen für lesbisch, schwul, bisexuell transident, *non binär, intersexuell und queer. Das Netzwerk soll Anlaufstelle sein für Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung und ihrer geschlechtlichen Identität Ausgrenzung und Mobbing erfahren. Gerade im ländlichen Raum gibt es kaum Möglichkeiten für Beratungs- und Unterstützungsangebote. Um Menschen dieser Gruppe zu helfen, hat sich dieses Netzwerk gegründet. Getragen wird es von drei Institutionen, der „Hiba“ in Wissen, „Kompa“ (evangelisches Kinder-und Jugendzentrum) in Altenkirchen und dem Mehrgenerationenhaus „Mittendrin“ Altenkirchen, in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk des Evangelischen Kirchenkreises und des Jugendamtes der Kreisverwaltung Altenkirchen. Der Hintergrund für die Gründung dieses Netzwerkes sind  Individuelle und anonyme Beratungs- und Unterstützungsangebote für junge Menschen und ihre Angehörigen. Weiterhin bietet das Netzwerk Veranstaltungen, Fachtage oder Kulturevents an die zum wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs beitragen. Bei der Präsentation des Netzwerkes im Mehrgenerationenhauses „Mittendrin“  sagte Wiebke Herbeck, Leiterin des Kompa, die Öffentlichkeit  muss sensibilisiert werden um die Thematik im Landkreis überhaupt wahrzunehmen. Es seien viele Menschen von der Problematik betroffen, ergänzte Dominic Pritz, ebenfalls Kompa. Schätzungen gehen davon aus, dass vier bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung dem LSBT*IQ –Spektrum zugeordnet werden können. Das zu diesem Thema überhaubt etwas in Bewegung kommt, erklärte Hiba-Schulsozialarbeiterin Alia Sinno-Segieth, mache sie am „Christpher Street Day“ fest. Dieser, seit vielen Jahren ausgerichteter Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender-Menschen, an dem für die Rechte und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung dieser Gruppe demonstriert wird.

Die gesellschaftliche Situation ändert sich, so Sinno-Segieth, und die Zeit reif, um dieses Netzwerk zu gründen, denn Menschen, die Anders sind, leiden sehr. Sie fallen in der Schule auf, werden Opfer von Mobbing und können diesem Druck nicht mehr standhalten. Da sie nicht so sein können, wie sie sind, erkranken sie oft psychisch. Um diesen Menschen das Leben zugänglich zu machen gehe es auch um Barrierefreiheit, ergänzte Chistoph Weller von der Hiba. Man muss klären, wie wir mit Menschen umgehen, die vielfältig sind. Es dürfen keine neuen Schubladen aufgemacht werden.

Im Jahre 2013,so berichtet Silke Seyler vom „Mittendrin“ habe man schon einmal versucht eine LSBT*IQ Veranstaltung zu organisieren, leider sei damals die Resonanz eher schwach gewesen. Die Zeit ist aber reifer geworden für dieses Thema, so Seyer, und wir müssen diesen Menschen die Strukturen bereitstellen. Für Wiebke Herbeck  ist wichtig, dass die Menschen wissen, nicht allein gelassen zu werden und die Flucht in die Großstädte nicht mehr notwendig ist, nicht zuletzt, da in der Jugendgruppe im „Kompa“ großen Wert auf Anonymität gelegt werde, so Dominic Pritz.

In einem Flyer erhält man einen Überblick über die Angebote des Netzwerkes LSBT*IQ im Kreis Altenkirchen.
Die Angebote im Überblick – Beratung, Begleitung, Aufklärung erfolgt über den Hiba für queere und nicht geoutete Schüler. Unterstützung für Lehrer zu allen queeren Themen ist ebenfalls im Angebot; Kontakt: Tel.: 0157/364 837 64 oder per Mail an beratung@hibaev-ak.de; Jugendgruppe ab 12 Jahren im Kompa, Treffen für queere und nicht geoutete zweimal im Monat mit vielfältigem Programm; Kontakt: Tel. 0160/379 833 70 oder per Mail an jugendgruppe@kompa-altenkirchen.de; Stammtisch für Angehörige (Eltern, Partner, erwachsene Kinder und Anverwandte) im Mehrgenerationenhaus, letzter Mittwoch im Monat, 19 bis 21 Uhr; Kontakt: Tel: 0157/352 082 57 (rewa) Foto: Renate Wachow