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BRAUBACH – REGION – „Unser Hafen“ Braubach bietet gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier

Veröffentlicht am 21. Juli 2020 von wwa

BRAUBACH – REGION – „Unser Hafen“ Braubach bietet gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier – Marga Lenzen ist 81 Jahre alt, quietschfidel und stolze Hundebesitzerin, aber wie auch viele andere ältere Damen in ihrem Alter, denkt sie bei jeder Beerdigung in ihrem Umfeld und das sind nicht wenige, über ihre eigene Vorsorge nach. Kinder waren ihr und ihrem vor zehn Jahren verstorbenen Gatten nicht vergönnt und somit auch niemand der die Grabpflege nach ihrem Tod, der ja mal irgendwann eintritt, übernehmen würde. Auch für ihren Heiko, ein elfjähriger Rüde unbestimmter Rassenzuordnung, wünschte sie sich ein Grab und würdevolle Beisetzung, falls er vor ihr stirbt. In der Seniorenzeitung Spätlese, hatte sie mal einen Artikel über einen Friedhof in der Region Rhein Lahn gelesen. Das wäre, so lies sie wissen, für ihre Situation die ideale Lösung.

Der Friedhof „Unser Hafen“ ist der erste Friedhof in Deutschland, auf dem die gemeinsame Beisetzung von Mensch und Tier in einem Grab ermöglicht wird. Hier werden Tier- und Humanurnen beerdigt. Dies kann nacheinander geschehen oder aber auch gemeinsam. Für die Abschiednahme steht eine Waldkapelle zur Verfügung. Den Friedhof kann man rund um die Uhr besuchen. Er liegt eingebettet in einem Wald. Getragen wird er von der Deutschen Friedhofsgesellschaft. An einen sonnigen Julimorgen macht sich Marga Lenzen mit ihrer Freundin Christel auf den Weg nach Raubach. Von dort führt ein Weg auf die Höhen, nähe der Ortschaft Dachsenhausen. Etwa 40 Kilometer haben die beiden Damen mit dem Auto von Flammersfeld im Westerwald zurückgelegt, als ein Hinweisschild die beiden Seniorinnen rechts ab in ein größeres Waldstück und an einen Parkplatz führt.

Bei der Friedhofsverwaltung gibt es dann Informationen über die unterschiedlichsten Arten der Beisetzung. So informiert, spazieren die Hundebesitzerinnen und ihre Tiere nochmals rechts ab zu einer idyllischen Freiluft Abschieds-Kapelle, daneben ein Ruhewald und gegenüber die parkähnliche Ruhestätte für Mensch und Tier. Eine herrliche Ruhe empfängt die Besucherinnen. Ein Blumen bepflanztes Schiff, Gräber mit Grabstein und die Blumenbeete der sogenannten Freundschaftsgräber. Die Namen der dort bestatteten Verstorbenen sind auf kleinen Täfelchen graviert, seitlich vom Weg, an verschiedenen Stehlen befestigt. An einer Wasserstelle, zum Gießen der Blumen gedacht, steht ein frisch mit Wasser gefüllter Hundenapf. Auch an die Bellos und Plutos, die hier zu Gast sind ist gedacht.

Für die beiden begeisterten Interessentinnen gibt es Bänke, wo sie gleich das eben erhaltene Informationsmaterial studieren können. Ein Familiengrab für 20 Jahre erworben, kostet 1.840 Euro. Billiger ist das Freundschaftsgrab, dass mit 1.380 Euro zu Buche schlägt. Die Bestattungskosten von 280 Euro sind gleich. Hier hat man Planungssicherheit für letzten gemeinsamen Weg mit dem geliebten Tier. Einen wunderschönen und würdiger Ort des Trostes, wenn dann der Todesfall, für wen auch immer, eintritt. Hier zwischen surrenden Bienen, Vogelgezwitscher und flatternden Schmetterlingen gibt es einen würdigen Ort für die letzte Ruhe. (mabe) Fotos: Marlies Becker