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REGION – Tag der Pflegenden: ver.di führt „Coronagerechte“ Kundgebung durch

Veröffentlicht am 11. Mai 2020 von wwa

REGION – Tag der Pflegenden: ver.di führt „Coronagerechte“ Kundgebung durch – Mit gleich mehreren Aktionen wird die Gewerkschaft ver.di am Internationalen Tag der Pflegenden, am 12. Mai 2020, ihrer Forderung nach Aufwertung und Entlastung Nachdruck verleihen. Aktuell wird die Zahlung einer Sonderprämie von 1.500 Euro für alle systemrelevanten Berufe gefordert.

Der Landesfachbereichsleiter des Bereiches Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Frank Hutmacher und die ehrenamtliche Vorsitzende des Landesfachbereichsvorstandes, die Krankenpflegerin Susanne Reimer-Jahr, werden mit 21 anderen Pflegekräften aus verschiedenen Einrichtungen während der Ministerratssitzung um 12:00 Uhr vor der Staatskanzlei des Saarlandes auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz ihren Protest „Coronagerecht“ vortragen. Jeder Kundgebungsteilnehmer steht für einen Buchstaben des Satzes WIR SIND SYSTEMRELEVANT. Auch der Landesleiter Rheinland-Pfalz-Saarland der Gewerkschaft ver.di, Michel Blug, wird vor Ort sein. Wir laden recht herzlich zur Berichterstattung ein.

Am 12. Mai 2020 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag von Florence Nightingale, der Begründerin der modernen Krankenpflege und einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge. Deswegen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Jahr 2020 zum weltweiten Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen erklärt.

Michael Blug fordert alle Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. „Dafür müssen die Testkapazitäten massiv ausgeweitet werden und die Testung des Gesundheitspersonals Priorität haben. Die Quarantänezeit sollte wann immer möglich die vollen 14 Tage andauern. Beschäftigte, die zu Risikogruppen gehören, dürfen nicht in der direkten Versorgung von Covid-19-Patient/innen eingesetzt werden“, so der ver.di-Landesleiter.

Frank Hutmacher verweist darauf, dass im Gesundheitswesen Methoden Einzug gehalten haben, die man sonst aus der industriellen Produktion kenne. Dazu gehöre auch der Abbau von Lagerkapazitäten und Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer, die zum aktuell dramatischen Mangel an Schutzausrüstung beigetragen haben. Die damit einhergehende Gesundheitsgefährdung nehme groteske Züge an: „Oft muss der Mundschutz den ganzen Tag getragen werden, manchmal über mehrere Schichten hinweg. Auf Intensivstationen mit Covid-19-Patient/innen müssen Pflegekräfte oft stundenlang im Behandlungszimmer ausharren, um Schutzmaterial zu sparen. Arbeitgeber und Staat tragen die Verantwortung, solche Zustände zu beenden und für genug qualitativ hochwertiges Schutzmaterial in den Einrichtungen zu sorgen.“ Er erinnert daran, dass die „Lady with the Lamp“ (Dame mit der Lampe) nicht nur den Patienten half, sondern mit dieser Lampe auch in die dunklen Ecken geleuchtet hat. „So machen wir das heute als ver.di auch. Wir decken Skandale auf und kämpfen mit Begeisterung und Herzblut für eine bessere Pflege. Das ist die Motivation aktuell bei der Auseinandersetzung im Marienkrankenhaus oder beim Kampf für Tarifverträge Entlastung.“

Susanne Reimer-Jahr meint: „Wir müssen endlich die Lehre aus der Corona-Krise ziehen. Das bedeutet aktuell die sofortige Aussetzung des Fallpauschalensystems (DRG), alle Kosten sind zu begleichen und nach der Krise sind Personalbemessungssysteme in den Krankenhäusern einzuführen, wie das vorgeschlagene Konzept PPR 2.0.“ Sie vertritt auch über 500 Beschäftigte der Uniklinik des Saarlandes, die eine Gefahrenzulage von 50 Euro pro Schicht für alle Beschäftigten gefordert haben. Ein entsprechender Brief wurde an den Ministerpräsidenten Tobias Hans geschickt. Bis jetzt gibt es noch keine Reaktion. Das verärgert die OP-Schwester. „Die Corona-Pandemie traf auf ein Gesundheitssystem, das uns schon im Normalzustand immer wieder an die Grenze unserer Belastbarkeit bringt,“ betont die Personalrätin, die nicht bei einer Prämie stehen bleiben will, „im Gesundheits- und Sozialwesen ist Aufwertung und Entlastung nötig – jetzt und auf Dauer.“ ver.di habe an alle maßgeblichen Einrichtungen im Land entsprechende Forderungen gerichtet. Die vom Bundestag beschlossenen 1.500 Euro müssten alle Bereiche bekommen, damit meine sie nicht nur die Krankenhauspflege und die Pflege auf anderen Gebieten, stellt die Krankenpflegerin fest.

Am Tag der Pflegenden wird ver.di in den beiden Bundesländern 25.000 Textilaufkleber „Wir sind systemrelevant“ an die Beschäftigten in Krankenhäusern und Altenheimen übergeben. Die Aktionswelle durch Rheinland-Pfalz und dem Saarland beginnt morgens um 5:15 Uhr vor dem Haupttor der Unimedizin in Mainz, in Kaiserslautern wird es einen Flashmob geben, Aktionen haben die ver.di-Betriebsgruppen der Krankenhäuser im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz, im Westpfalzklinikum Kusel, in den Krankenhäusern Pirmasens und Zweibrücken, in der Uniklinik Homburg und im Klinikum Saarbrücken sowie bei der Arbeiterwohlfahrt im Saarland angekündigt.