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NEUWIED – „Soziale Schuldnerberatung als präventives Mittel zur Armutsbekämpfung“

Veröffentlicht am 8. November 2019 von wwa

NEUWIED – SPD-Landtagsabgeordneter Sven Lefkowitz: „Soziale Schuldnerberatung als präventives Mittel zur Armutsbekämpfung“ – Ursachen für Überschuldung können vielfältig sein: Arbeitslosigkeit, Krankheit oder auch gescheiterte Selbstständigkeiten: Individuelle soziale Schuldnerberatungen sind hier oftmals hilfreich, um die wirtschaftliche Existenz zu sichern und mögliche Folgekosten zu vermeiden.

Unter dem Titel „20 Jahre Verbraucherinsolvenz – wo steht die soziale Schuldnerberatung“ fand die 22. Fachtagung der Schuldner- und Insolvenzberatung Rheinland-Pfalz statt. Die Einführung des Verbraucherinsolvenzverfahrens im Jahr 1999 war ein bedeutender sozialpolitischer Fortschritt. Erstmals gab es den Schuldnern die Möglichkeit sich von einer lebenslangen Belastung zu befreien. Die Schuldner- und Insolvenzberatung ist daher ein wichtiger Baustein moderner Sozialpolitik. Ebenso ist sie ein wirkungsvolles Mittel der Armutsprävention und -bekämpfung.

Die Auswirkungen von Überschuldungen umfassen häufig nicht nur materielle, sondern auch soziale Aspekte. Hinzu kommen oftmals psychische, familiäre und gesundheitliche Probleme. Von der Gefahr zur Überschuldung sind breite Bevölkerungsschichten betroffen. 2018 waren in Rheinland-Pfalz bereits 340.000 Menschen über 18 Jahren überschuldet.

Mit der Insolvenzordnung und im Speziellen der sozialen Schuldnerberatung gibt es erstmals ein Instrument, das den Ratsuchenden große Hilfe bietet.

„Rheinland-Pfalz verfügt über eine qualitativ hochwertige Beratungsstruktur, die neben finanzieller, rechtlicher und hauswirtschaftlicher Beratung auch psychosoziale Betreuung leistet. Im Jahr 2018 wurden rund 22.500 Personen in den Schuldnerberatungsstellen in Rheinland-Pfalz beraten. Das Angebot soll den Menschen in ihren finanziell schwierigen Lebenssituationen helfen“, so der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Lefkowitz.

Wie der Abgeordnete weiter erklärt, sind in Rheinland-Pfalz derzeit 63 Schuldner- und Insolvenzberatungsstellen als geeignete Stellen im Verbraucherinsolvenzverfahren durch das Land anerkannt. „Dazu zählen auch Fachstellen der Schuldnerberatung in der Suchtkrankenhilfe. Insgesamt 53 Beratungsstellen werden aus Landesmitteln gefördert. Dazu gehören 2019 auch rund 71 Vollzeitstellen in der Schuldnerberatung in Höhe von insgesamt 1,9 Mio. Euro. Mit einer Festbetragsfinanzierung wird eine dauerhafte und solide Planungssicherheit für die Träger der Beratungsstellen sichergestellt“, so der Landtagsabgeordnete.

Auch das Schuldnerfachberatungszentrum (SFZ) an der Universität Mainz wird vom Sozialministerium mit Landesmitteln in Höhe von 220.000 Euro gefördert. „Das SFZ unterstützt die anerkannten Schuldnerberatungsstellen in Rheinland-Pfalz und stellt zahlreiche Informationen zum Thema bereit. Diese Landesförderung ist ein wichtiger Beitrag für die soziale Schuldnerberatung. Ich bin froh, dass die SPD-geführte Landesregierung hier einen so wichtigen Beitrag leistet“, erklärt Sven Lefkowitz abschließend.