NEUWIED – RLI will Migranten in Arbeit bringen – Professionell geführte Kooperation Ehrenamtlicher

Veröffentlicht am 8. September 2019 von wwa

NEUWIED – RLI will Migranten in Arbeit bringen – Professionell geführte Kooperation Ehrenamtlicher – Gute Deutschkenntnisse sind für Migranten der Schlüssel zum Eintritt in die Arbeitswelt. Das Integrationsprojekt „Neuwied RLI“ kümmert sich um beide Bereiche. – Das Integrationsprojekt „Neuwied RLI“ ist ein bundesweit einzigartiger Zusammenschluss von Rotary-, Lions- und Inner-Wheel-Club, das seit vier Jahren für die Verbesserung der Lebenssituation von Migranten arbeitet. Dafür sind zahlreiche ehrenamtliche Paten im Einsatz, die indes professionell arbeiten. Davon überzeugte sich Bürgermeister Michael Mang bei einem Besuch einer Beratungsstunde, die RLI regelmäßig in der VHS Neuwied anbietet. Dabei geht es vor allem um die Unterstützung bei der Eingliederung ins Berufsleben.

Nachdem zunächst Deutschunterricht im Mittelpunkt stand, hat RLI die Beratung zur beruflichen Etablierung vor knapp zwei Jahren aufgenommen. Rund 100 Migranten hat man mittlerweile betreut, rund 40 davon in eine dauerhafte Erwerbstätigkeit vermittelt. Zurzeit suchen etwa 20 Personen die Beratungsstunden auf. Beim Besuch Mangs waren es vier Zugewanderte aus Ländern wie Ägypten oder Syrien, die intensiv von je einem zuvor im Job Center und der IHK geschulten RLI-Berater betreut wurden. Wichtiges Instrument, um die Ratsuchenden in Praktika, Ausbildungs- oder Arbeitsplätzen zu vermitteln, ist ein mehrseitiger Profilbogen, der neben der Vita unter anderem auch Sprachkenntnisse, Abschlüsse, Qualifikationen und Berufserfahrung erfasst. Auch die Wünsche der Migranten spielen – durchaus zu deren Überraschung – eine Rolle.

„Wir betreuen ein beruflich breites Spektrum an Leuten“, berichtet RLI-Sprecher Michael Kröner. „Zu uns kommen Ärzte, Apotheker, Lehrer und Handwerker, aber auch Menschen ohne Ausbildung.“ Entsprechend passgenau wollen die Berater vorgehen. „Wir wollen nachhaltig arbeiten. Es geht nicht darum, Migranten rasch in einen x-beliebigen Billigjob zu vermitteln, sondern darum, die Leute entsprechend ihren – teils hohen – Qualifikationen unterzubringen. Dazu nutzen wir unser weitreichendes, auf engen persönlichen Kontakten fußendes Netzwerk“, erläutert Dr. Eckhard Binder, um auch nochmals auf die Bedeutung des Spracherwerbs hinzuweisen. „Je schneller Deutsch gesprochen wird, umso größer ist die Chance, einen anständigen Job zu finden – und damit auch zum Beitragszahler in die Sozialkassen zu werden.“

Bürgermeister Michael Mang zeigte sich beeindruckt von dem professionellen Engagement der RLI-Berater. „Die berufliche Qualifikation von Migranten ist ein bedeutendes gesellschaftliches Thema“, betonte er. „In diesem Zusammenhang ist die Arbeit von Projekten wie RLI, in dem sich ausgewiesene Fachleute zusammengeschlossen haben, äußerst wertvoll. Die Berater kommen aus der Praxis, sind bestens vernetzt, entsprechend fundiert sind ihre Vorschläge.“

Die RLI-Sprechstunde findet jeden Montag von 16.30 bis 17.30 Uhr in der VHS Neuwied, Heddesdorfer Straße 33, Zimmer 408, statt. Info-Telefon: 0172 75 47 282. Arbeitgeber, die Praktika anbieten, Auszubildende suchen oder bereit sind, Flüchtlinge einzustellen, können sich per E-Mail an rli-integration@t-online melden.

Titelfoto: Die städtische Integrationsbeauftragte Dilorom Jacka.