Zum Thema „Demenz“ gab es im Wissener Kuppelsaal einen informativen Abend mit fachkundigem Vortrag

Veröffentlicht am 9. November 2018 von wwa

WISSEN/KIRCHEN – Demenz-freundliche Kommune: Kirchen zu Gast in Wissen – Zum Thema „Demenz“ gab es im Wissener Kuppelsaal einen informativen Abend mit fachkundigem Vortrag. Es wurde deutlich: auch eine Stadt oder Verbandsgemeinde kann tätig werden, um über Demenz aufzuklären – es gibt viele Möglichkeiten. Auf Einladung der Zukunftsschmiede VG Wissen (Arbeitskreis Ehrenamt) und der Ehrenamtsbörse der VG Wissen waren Michaela Sandweg (Stadt Kirchen), Franz-Josef Heer (Pflegeberater, Kirchen) und Andreas Hundhausen (Stadtbürgermeister, Kirchen) gerne nach Wissen gekommen. Wer sonst hätte besser über das Thema Demenz referieren können, schließlich hatte sich die Stadt Kirchen bereits 2016 auf den Weg zur demenz-freundlichen Stadt gemacht.

Mit Erfolg: die Referenten stellten dar, wie sich dieses Projekt gestaltete.

Mit Förderung durch den Bund wurde man „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“. Diese Allianz wird seit 2016 mit Leben gefüllt, beispielsweise durch einen Marktplatz der Lokalen Allianz, Demenz ART (Kunst-Projekt), Musik-Projekte, die bekannten Geronto-Clowns oder eine Woche der Erinnerung. Mit dem Musik-Projekt konnte sogar ein landesweiter Innovationspreis errungen werden. Die Ziele, nämlich bezüglich dem Thema Demenz mehr Transparenz, Vernetzung und Sensibilisierung zu schaffen und ehrenamtliches Engagement zu fördern, wurden in Kirchen erreicht. „Dies geht nicht zum Nulltarif, am Ende des Tages geht es um Geld“, so Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen. Er ermutigte gleichsam, dass dies dank Fördermöglichkeiten keinen Hinderungsgrund darstellen sollte, sich als Kommune mit dem Thema auseinanderzusetzen. Auch Manpower und „Kümmerer“ braucht man zum Gelingen eines solchen Projektes, wozu es ebenfalls positive Impulse aus Kirchen gab: „Das Thema interessiert viele Bürger/innen, weil viele Familien betroffen sind“. Bei der demografischen Entwicklung wird dies zukünftig nicht weniger.

Was kann man also gemeinsam tun für Menschen mit Demenz und deren Angehörige? Handlungsfelder gibt es viele: Projekte zwischen Alt und Jung, Bewegung und Sport, Förderung und Schulung von Ehrenamtlichen, Kultur, Kunst, Musik mit/für Betroffene/n, Betreuungs- und Entlastungsangebote, und vieles mehr. Der Kommune als Akteur kann eine Schlüssel-Rolle zukommen, denn auf dieser Ebene kann vernetzt und zusammengeführt werden. Wenn eine Stadt oder Gemeinde diesen Weg beschreiten möchte, gibt es zahlreiche Hilfestellungen.

Im Wisserland besteht ebenfalls Interesse am Thema Demenz, soviel wurde in der anschließenden Gesprächsrunde deutlich. In Vertretung für Bürgermeister Michael Wagener war der Erste Beigeordneter Friedhelm Steiger gekommen, Horst Rolland als Leiter des Arbeitskreises Ehrenamt und Initiator Bernd Jäger als örtliches Mitglied im Kreis-Seniorenbeirat. Jäger hatte das Thema für den diesjährigen Vortrags-Abend vorgeschlagen. Die weiteren Zuhörer, zu denen auch der Wissener Pflegestützpunkt und das Netzwerk Demenz des Kreises Altenkirchen gehörten, zeigten sich interessiert und stellten zahlreiche Fragen. Dabei ging es auch darum, wie man in der Familie mit dem Thema umgehen sollte, und wo man als pflegender Angehöriger Hilfe und Unterstützung findet. Die örtlichen Pflegestützpunkte (z. B. Wissen, Tel. 02742/706-119) und das Netzwerk Demenz (Kreisverwaltung Altenkirchen, Tel. 02681/81-2437) sind kompetente Ansprechpartner. Der kostenlose Ratgeber „Demenz. Das Wichtigste“ ist weiterhin im Wissener Rathaus erhältlich. Dieser wird auf Wunsch gerne zugeschickt (Kontakt: Jochen Stentenbach, Tel. 02742/939-159).